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Konrad Dannenberg
(5.8.1912 - 16.2.2009)
Konrad Dannenberg

Konrad Dannenberg wurde am 29. Januar 2008 im Rahmen der Feierlichkeiten "50 Jahre US-Raumfahrt" in Huntsville die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft unseres Vereins durch den damaligen Peenemünder Bürgermeister, Rainer Barthelmes, im Namen des Vorstandes überreicht.


Wir würdigten damit seine hervorragenden Leistungen bei der Entwicklung und Förderung der Raumfahrt. Leider verstarb Konrad Dannenberg am 16. Februar 2009 in Huntsville.

 

Konrad Dannenberg wurde am 5. August 1912 in Weißenfels in Sachsen, geboren. Aufgewachsen ist er in Hannover. Es war ein Vortrag von Max Valier, der sein frühes Interesse für Raumfahrttechnik weckte. Er studierte dann an der Technischen Hochschule Hannover Maschinenbau, mit Schwerpunkt Dieseleinspritztechnik.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde Dipl.-Ing. Konrad Dannenberg nach Fronteinsatz im Frankreichfeldzug, wegen dieser Spezialkenntnisse der Einspritztechnik zum 16. Oktober 1940 zur Heeresversuchs-anstalt nach Peenemünde versetzt. Er hatte sich vor allem mit dem Antrieb der A4-Rakete zu befassen, der ersten Fernrakete mit Flüssigkeitsantrieb. In der Arbeitsgruppe von Dr. Walter Thiel wurde er zum Experten für den Raketenantrieb.

(Quelle: Olaf Przybilski, Dresden)

​Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wechselte Konrad Dannenberg daher mit Wernher von Braun zur Durchführung ausgedehnter Raketen-Versuchsprogramme in die USA, wobei später in Huntsville der Hauptauftrag in der Entwicklung der Redstone-Rakete bestand. In den 50er Jahren hatte Konrad Dannenberg die Verantwortung für die Beschaffung der Motoren von Redstone- und Jupiter-IRBM-Raketen der Firma Rocketdyne, und desgleichen wurde ihm von der US-Armee die Verantwortung für die Produktion der Redstone- und Jupiter-Raketen-Systeme bei Chrysler in Detroit übertragen.

 

Seit Gründung der NASA, im Jahr 1958, arbeitete Konrad Dannenberg für deren Marshall Flight Center in Huntsville. 1960 ernannte ihn Wernher von Braun dort zum stellvertretenden Leiter des Saturn-Programms. Für seine Erfolge beim Entwicklungsprogramm der bisher immer noch größten jemals gebauten Rakete, der Mondrakete Saturn V, wurde er 1973 mit der Außerordentlichen Verdienstmedaille der NASA ausgezeichnet. 1973 verließ er das Marshall Space Flight Center und wurde als a.o. Professor für Raumfahrttechnik an das Raumfahrt-Institut der Universität Tennesse in Tullahoma berufen. Er war Mitglied des American Institute of Aeronautics and Astronautics (AIAA) und wurde Präsident der Sektion Alabama dieser Organisation. 1990 erhielt er den hochangesehenen Lehrauftrag de AIAA Durand Lectureship. Ferner war er Mitglied der NASA/MSFC Retiree Association und der National Space Society. Konrad Dannenberg war Mitglied der deutschen Hermann-Oberth-Gesellschaft und ihrer Nachfolgeorganisation, des Internationalen Förderkreis für Raumfahrt Hermann Oberth - Wernher von Braun (IFR) e. V., von dem er 1995 mit der Herman-Oberth-Medaille geehrt wurde. Konrad Dannenberg war ein großer deutscher Ingenieur, der Bahnbrechendes für die Entwicklung der Raumfahrttechnik geleistet hat.

 

Leider verstarb er am 16. Februar 2009 in Madison-Huntsville, USA. Sein Andenken werden wir immer in Ehren halten.

Überreichung der Ehrenurkunde an Konrad Dannenberg am 29. Januar 2008 in Huntsville

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