Zur Geschichte des Vereins
- Unser Weg von 1990 bis heute -
Am 28. Juli 1990 begann mit der Gründung des "Neuen Historischen Vereins Peenemünde in Vorpommern e.V.", ein neues Kapitel der Aufarbeitung der Peenemünder Geschichte.
Dem voraus gegangen war das Interesse einiger Angehöriger des ehemaligen Jagdfliegergeschwaders 9, hinter die Geheimnisse von Peenemünde zu kommen. Stolperten sie doch fast täglich jahrelang über Trümmer und Reste von Anlagen der Heeresversuchsanstalt Peenemünde und der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West.
Darum nahm der Gedanke immer mehr Gestalt an, interessierte Bürger des Kreises Wolgast für die Erforschung der Peenemünder Geschichte zu gewinnen. Eine Annonce in der Zeitung war schnell geschaltet. Das Echo übertraf alle Erwartungen.
Am 28. Juli 1990 war es dann so weit. In der Kaserne des JG 9 fand die Gründungsversammlung des „Neuen Historischen Vereins Peenemünde“ statt. Es waren ca. 15 Teilnehmer bei der Versammlung anwesend. Sie kamen aus Zinnowitz, Trassenheide, Koserow, Wolgast und Karlshagen. Es begann eine intensive und immer interessanter werdende Arbeit. Im Laufe der Zeit wurden weitere Bürger aus der näheren Umgebung Mitglied des Vereins. Ziel der Arbeit des Vereins war die anschauliche Aufarbeitung der Peenemünder Geschichte von der ersten urkundliche Erwähnung 1282, über die historische Seelandung des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf im Jahr 1630 bis zur Gegenwart. Zum Schwerpunkt wurde aber die Aufarbeitung der zeitlichen Epoche von 1936 bis 1945.


November 1990: Man schlägt nach in Dornberger's Buch; mittig unser langjähriger Vereinsvorsitzender Volkmar Schmidt, rechts von ihm Joachim Saathoff
Nach Aufhebung des militärischen Sperrgebietes lud der Verein im Juli 1990 erstmals zur Besichtigung des Peenemünder Geländes ein. Das Interesse war groß. Eigentlich hatten viele Teilnehmer mehr erwartet. Es gab jedoch nur noch Fundamente, Betontrümmer, kaputte Straßen und Betonflächen, die teilweise zugewachsen waren. Erstes Ziel war natürlich der legendäre Prüfstand VII. Auch hier war alles zugewachsen. Als erste Gruppe von Menschen standen Vereinsmitglieder nach fast 50 Jahren fasziniert an der Stelle, wo am 3. Oktober 1942 der erste Schuss in den Weltraum mit einer A4-Rakete gelang. Heute steht an dieser Stelle ein von uns aufgestellter Gedenkstein. Die Begegnung mit der Vergangenheit hat damals alle tief beeindruckt.

Ein erster Blick in den Prüfstand VII am 27. April 1990

Eingang zur Arena des P. VII - Wo die ersten Bäume stehen war früher der Startplatz der A4-Raketen. (Januar 1991)

März 1991: Nachdem die Bäume in der Arena gefällt waren, wurden Berge der übriggebliebenen Äste verbrannt. Oder wie Reinhold Krüger damals sagte: "Wieder ein Brennversuch im P.VII"
Dann begann eine Zeit des intensiven Suchens nach Überresten eben dieser Vergangenheit. Ein großer Helfer dabei war Reinhold Krüger. Dass heute viele Bodenfunde des A4, der Fi 103 und anderer Peenemünder Projekte im HTM zu sehen sind, verdanken wir ihm und der damaligen Gruppe von Mitgliedern unseres Vereins.

An der Geschichte von Peenemünde Interessierte im früheren Versuchsserienwerk 1991
Aber es wurden im Gelände nicht nur Bodenfunde geborgen. Leute, die einst in Peenemünde gearbeitet hatten, haben dem Verein Unterlagen, Fotografien überlassen und was sehr wichtig war, sie haben über ihre Tätigkeit in Peenemünde berichtet. Sie waren eine wichtige Quelle beim Erfassen der Ereignisse der Peenemünder Zeit von 1936 bis 1945.

Oktober 1990: Bergung von Resten eines A4-Luftruders durch Reinhold Krüger

Bergung einer A4-Spitze am Prüfstand VII, 1990 (Screenshot aus Video).

Mitglieder des „Neuen Historischen Vereins“ bergen im November 1990 Teile von Halbschalen des A4 in der Nähe der Fertigungshalle 1.
Neue Vorstellungen für eine weitere Arbeit zur Erforschung der Peenemünder Geschichte wurden durch die teils nach einer neuen beruflichen Perspektive suchenden Peenemünder Kraftwerker geboren, deren Ziele und Inhalte in einem neuen Verein münden sollten. Diese Ideen fusionierten mit den Ideen des bereits bestehenden Vereins und so wurde am 23. Februar 1991 im Kraftwerk unser Förderverein gegründet, damals noch unter dem klangvollen Namen:

Zeitungsartikel über die Gründung des Fördervereins Peenemünde, OZ vom 25.02.1991
Verein zur Förderung und Aufbau eines Historisch-Technischen Museums
"Peenemünde - Geburtsort der Raumfahrt" e.V.

Einer der wichtigsten Initiatoren der Vereinsgründung war der damalige Kraftwerksdirektor Hans-Joachim Pahl, der den schweren Auftrag erfüllen musste, das alte Peenemünder Kraftwerk stillzulegen. Nach der Vereinsgründung trat die Belegschaft des Kraftwerks Peenemünde zum überwiegenden Teil dem Förderverein bei.
Wenige Zeit später ging der „Neue Historische Verein“ in unseren Förderverein auf und wurde am 9. Mai 1992 formal liquidiert. Ein Verein für die Peenemünder Geschichte genügte.
Viele Materialien in Form von Fotos, Objekten, Dokumenten und Berichten ehemaliger Peenemünder wurden zusammengetragen. Sie bildeten den Grundstock für ein kleines Museum, das schließlich in der Bunkerwarte des Kraftwerkes Peenemünde entstehen sollte. Durch die Arbeitskräfte des Kraftwerks wurde ein Modell der Flugbombe Fi 103 ("V-1") im Maßstab 1:1 gebaut.
Die Mitglieder des Vereins beteiligten sich intensiv am Aufbau und der inhaltlichen Gestaltung des geplanten Museums. Damit die künftigen Besucher verstehen, in welchen Dimensionen die Peenemünder Versuchsstellen ab 1936 errichtet worden waren, entstand hinter der Bühne des Kraftwerk-Saals ein großes Modell des Geländes mit seinen Gebäuden. Unter Federführung unseres Gründungs- und später Ehrenmitglieds Dieter Frenzel wurde dieses Projekt dann mit viel Liebe zum Detail verwirklicht, gerade noch rechtzeitig vor der Ausstellungseröffnung.

Der fertige Nachbau der Flugbombe Fi 103.

Dieter Frenzel bei der Gestaltung des Geländemodells.

Ehemalige Mitarbeiter des Kraftwerkes und einer ABM bei der Gestaltung des Außengeländes um die Bunkerwarte, dem heutigen Museumsshop und Kassenbereich (Frühjahr 1991).
Am Tor zum Gleisbett Bekohlung des Kraftwerks entstand ein neuer Eingangsbereich mit Platten, wo die Besucher ihre Fahrräder abstellen konnten. Der Weg wurde mit Feinschlacke gelegt und in der Bunkerwarte wurden Vorbereitungen für eine Nutzung der Räume als Museum getätigt. Parallel dazu wurden die Demontagearbeiten im Kraftwerk durchgeführt.
In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde, den beiden inzwischen zusammengelegten Vereinen und der Kulturabteilung des Rates des Kreises konnte das Museum schließlich eröffnet werden.
Die Eröffnung dieses "Historisch-Technischen Informationszentrums Peenemünde" (HTI Peenemünde) fand am 9. Mai 1991 statt. Geleitet wurde das HTI inhaltlich von Joachim Saathoff und wirtschaftlich von Peter Profe. Betreiber waren wir: der Verein zur Förderung und Aufbau eines Historisch-Technischen Museums "Peenemünde – Geburtsort der Raumfahrt‘.

Cover des ersten Ausstellungsführers von 1991.


Feierliche Eröffnung des HTI am 9. Mai 1991.



Fotos vom Eröffnungstag des HTI am 9. Mai 1991. Die Besuchermassen drängten sich in der ersten improvisierten Ausstellung in der Bunkerwarte.
Am Tag der Eröffnung kamen ca. 3.000 Gäste. Das hatten wir nicht erwartet. Unsere Einrichtung war noch sehr primitiv, aber der Ausbau ging dann immer weiter. So wurden zum Beispiel rasch Flugzeuge des JG 9 im Hof bzw. im Maschinenhaus des Kraftwerks präsentiert.

MiG 23 des JG 9 im Turbinensall des Kraftwerks.

Die MiG-17 mit der fiktiven taktischen Nummer rote 009 kam aus der ehemaligen Flieger-Dienststelle in Karlshagen.
Die HEVAG als Eigentümer des Kraftwerks verlangte für die Nutzung des Gebäudes keine Pacht und auch die Strom und Wasserkosten wurden bis Ende 1991 nicht berechnet. Ende Mai 1991 wurden die meisten der noch 95 Beschäftigten des Kraftwerks entlassen. Viele engagierten sich dann im Museum.

Als nächstes wurde eine Leitung für einen hinter der Bunkerwarte aufgestellten Generalswagen der NVA verlegt. Es bestand nun die Möglichkeit im Museum zu speisen.
Ebenfalls hinter der Warte hatten wir eine kleinere nicht originalgetreue schwarz-weiße A4-Rakete aufgestellt, die wir infolge der Schließung des Raumfahrt-Dokumentationszentrums in Markdorf-Gnadenau am Bodensee schon 1990 kostenlos erhalten hatten. Dort stand der Mini-Nachbau bis 1995 im Freigelände der ersten Ausstellung.
1992 wurde der Nebenraum in der Bunkerwarte als Videoraum ausgestaltet und wir als Förderverein, entschlossen uns, ein Modell des Prüfstandes VII im Maßstab 1:87 als Funktionsmodell zu bauen. Dieses Modell haben wir dann am 3. Oktober 1992, anlässlich des 50. Jahrestages des ersten erfolgreichen Fluges einer A4-Rakete vom Peenemünder Prüfstand VII, der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch ein dazugehöriger Videofilm wurde vorgeführt. Dieser Film hatte am Anfang noch keinen Ton, deshalb wurde bei den Vorführungen der Text synchron vorgelesen. An diesem Tag führten wir zudem noch eine Multivisionsveranstaltung namens "Es begann in Peenemünde" im großen Saal auf.

Blick in die Arena unseres 1992 gebauten Prüfstand VII-Modells im Maßstab 1:87.
Der von der Bonner Regierung und der westdeutschen Luft- und Raumfahrtindustrie geplante Staatsakt am 3. Oktober 1992 fiel auf Grund unzähliger internationaler Proteste ins Wasser. Aber auch das war Reklame für uns, und die Besucherzahlen stiegen weiter an.




Kurz vor der Feier am 3. Oktober 1992 tauchten in der Presse empörte Reaktionen auf das Vorhaben auf. Das erzeugte international einen politischen Skandal, dessen Auswirkungen bis heute spürbar sind.
Viele ehemalige Mitarbeiter der Peenemünder Versuchsstellen wurden Mitglied in unserem Verein, nachdem sich Mitte der 1990er Jahre die durch Heinz Grösser bereits im Dezember 1966 in der Bundesrepublik gegründete "Interessengemeinschaft der Ehemaligen Peenemünder" altersbedingt auflöste. Sie sorgten dafür, dass unmittelbare Zeitzeugen zur Erforschung der Peenemünder Geschichte von 1936 bis 1945 beitrugen. Die ehemaligen Peenemünder vertrauten sich uns an und hofften, dass wir die Fackel des Peenemünder Geistes übernehmen und in die Zukunft tragen würden.
Viel Wissen und Material konnte so gesichert werden. Dies und die weitere Erforschung des bis dahin unerschlossenen Geländes der ehemaligen Heeresversuchsanstalt trugen dazu bei, die Ausstellung ständig zu erweitern.
1995 gab es für uns einen weiteren Höhepunkt. Durch eine größere Geldspende, zweckgebunden zum Bau eines A4-Raketenmodells, konnte dieser Bau unter der Federführung von unserem Vereinsfreund Reinhold Krüger in der Lehrwerkstatt der Peene-Werft in Wolgast durchgeführt werden. Dabei entstand auch ein vereinfacht gestalteter Starttisch, auf dem das A4 dann thronen sollte. Im Nachbau der Rakete aus massivem Schiffsstahl konnten sogar drei originale Bodenfunde aus Peenemünde integriert werden: Blindspitze, Nutzlastspitze und Abtriebsring.


Nachbau des Hecks in der Peene-Werft unter der Leitung von Reinhold Krüger.

Der montierte originale A4-Abtriebsring.

Vergleich mit Originalantenne.

Aufstellung unseres A4-Nachbaus im Maßstab 1:1 im Sommer 1995.

Der letzte Handgriff ist getan: Reinhold Krüger nach dem Aufschrauben der originalen Blindspitze.

Gruppenbild nach der Fertigstellung.
Am 12. Juli 1995 stand dieses Modell im Maßstab 1:1 und mit der am 3. Oktober 1942 vorhandenen Farbgestaltung und dem Symbol „Die Frau am Mond“ im Freigelände neben der Bunkerwarte. Im April 2009 zog die Rakete dann um, weg vom Eingangsbereich an der Bunkerwarte, hin zu den anderen Großexponate auf dem Freigelände des Museums. Wir waren und sind sehr stolz auf dieses Modell. Auch heute ist es das beliebteste Fotomotiv im Museum.



Umzug der einzelnen Sektionen unseres A4-Nachbaus im Maßstab 1:1 am 20. April 2009 zum jetzigen Platz.
Der medial inszenierte "Erinnerungsskandal vom 3. Oktober 1992" hallte leider noch lange nach. Auch schmeckte manchen "Experten" und Politikern der alten Bundesländer der Erfolg des HTI mit unserer Ausstellung nicht. Es durfte schließlich nicht sein, dass "Laien" und dazu noch ehemalige NVA-Offiziere ein solch erfolgreiches Museum aufbauen, das jedes Jahr immer mehr Besucher aus der ganzen Welt anzog. Zugegebenermaßen waren wir alle keine gelernten Museumsmacher, es musste viel improvisiert werden, auch in der Präsentation und Vermittlung der Ausstellungsinhalte. Offiziell wurde uns fadenscheinig eine "einseitige" und "zu technikorientierte" Konzeption vorgeworfen und uns ab 1996 schließlich das inhaltliche Ruder ganz aus der Hand genommen.
Politisch wollte die Landesregierung ein Ende der ständigen öffentlichen Auseinandersetzung um das Museum und eine neue Ausstellung, die sich mit den "sensiblen Themen der Opfer von Peenemünde" auseinandersetzt. Zur Durchführung dieses Vorhabens wurde Anfang 1996 im Landkreis Ostvorpommern eine durch das Land finanzierte Projektgruppe zur Neugestaltung und Erweiterung des Museumsstandortes Peenemünde installiert. Diese Projektgruppe unter Leitung von Dr. Erichsen erarbeitete dann das Konzept für eine neue Ausstellung. Nach der Umsetzung dieses Konzeptes mussten wir feststellen, dass jetzt die Technik und die wissenschaftlichen Leistungen der in und für Peenemünde tätigen Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker kaum noch eine Rolle spielten und die wenigen technischen Exponate nur noch als Dekoration (oft falsch, bzw. unzureichend beschriftet) präsentiert werden. Dafür wird der Versuch unternommen, die hier freiwillig tätigen Menschen als Täter im Sinne der Folgen der Massenproduktion der "V-2" im Mittelwerk und den Einsatz als Waffe in den Jahren 1944/45 darzustellen. Mit dieser wiederum einseitigen Betrachtung waren wir nicht einverstanden. Doch die inzwischen beträchtlichen Fördergelder zur Sanierung des Kraftwerkes und viele auch von uns als positive Ansätze gewerteten Ideen und Planungen haben uns zur weiteren Mitarbeit motiviert.
Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass die Projektgruppe von einem internationalen Beirat mehrerer "Experten" unterstützt wurde. Aber auch hier war die Meinung des Fördervereins Peenemünde e.V. nicht gefragt. Dafür kam 1996 ein nach einer ABM-Maßnahme freigewordener westdeutscher Kunsthistoriker und wurde durch die Gemeinde zum neuen Museumsdirektor ernannt, ohne jegliche fachliche Berufserfahrung, ohne Kenntnisse der Peenemünder Geschichte, oder gar eines Faibles für diese. Der Ärger war vorprogrammiert. Ein Interesse an unserer Erfahrung, unserem zusammengetragenem Wissen und unserer Meinung bestand nicht mehr, nur noch an unserer finanziellen Unterstützung. Die Abneigung des neues Museumsleiters gegen uns gipfelte darin, dass er die im HTI angestellten Vereinsmitglieder vor die Wahl stellte: Austritt aus dem Förderverein ODER Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses.
Im Juli 1996 kaufte die Gemeinde das stillgelegte Kraftwerk Peenemünde. Viel Platz für neue Inhalte. 1999 war dann das Jahr mit den meisten Besuchern in unserer Einrichtung. An manchen Tagen in diesem Jahr hatten wir bis zu 4.000 Besucher. Von der Eröffnung im Mai 1991 bis zum 15. Dezember 2000 sahen sich insgesamt 2.208.771 Besucher unsere Ausstellung in der Bunkerwarte an.
Ab 16. Dezember 2000 konnte der erste Abschnitt der neuen Dauerausstellung „Peenemünde – Mythos und Geschichte der Rakete, 1923 bis 1989“ im Obergeschoss des Schalthausanbaus besichtigt werden und unsere alte Ausstellung in der Bunkerwarte wurde geschlossen.

Besucherschlange Ende der 1990er Jahre am damaligen Kassenhäuschen des HTI, heute genutzt als Vereinshütte des Fördervereins Peenemünde.
Das Jahr 2000 war mit 350.000 Eintritten das besucherstärkste der gesamten Museumsgeschichte.
Am 24. März 2001 wurde die neue Dauerausstellung im Kraftwerk dann schließlich offiziell eröffnet. Viele Menschen wollten die neue Ausstellung sehen, nicht wenige waren enttäuscht. Nach den Besucherrekorden der Jahre 2000-2002 sanken die Besucherzahlen stetig, bis heute. Böse Zungen würden behaupten, dass die Besucher mit ihren Füßen abgestimmt haben.
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Aus diesen bescheidenen Anfängen vor nun mehr als 30 Jahren ist mittlerweile das Historisch-Technische Museum (HTM) Peenemünde mit einer Gesamtausstellungsfläche von mehr als 5.000 qm entstanden. Das HTM ist heute eine GmbH deren Mehrheitsgesellschafter mit 51% das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Gemeinde Peenemünde mit 49% beteiligt ist. Jährlich besuchen ca. 140.000 Besucher aus der ganzen Welt dieses Museum.
Trotz einer manchmal widersprüchlichen Auffassung der Darstellung der Peenemünder Geschichte freuen wir uns, dass auch mit unserer Unterstützung die ständige Ausstellung im Museum attraktiver geworden ist. Die sachliche Darstellung dieser Geschichte um Peenemünde sollte auch weiterhin unser gemeinsames Anliegen sein.
Das Historisch-Technische Museum (HTM) Peenemünde heute.
Seit Anfang der 2010er Jahre wurde wiederholt intern angesprochen, dass es notwendig und wichtig sei, sich über die weitere Aufarbeitung der Peenemünder Geschichte konkrete Gedanken zu machen, eingeschlossen die Geschichte der 1. Flottille der Volksmarine und des Jagdfliegergeschwader 9 der Luftstreitstreitkräfte der DDR. Es war nicht nur eine museale, sondern auch eine politische Aufgabe, sich damit auseinanderzusetzen. Es war an der Zeit, dass besonders auswärtige Besucher von Peenemünde auch über diese Epoche informiert werden.
Anfang 2014 konnte der Förderverein einen Pachtvertrag mit dem Historisch-Technischen Museum Peenemünde über die Raketenkorvette "Hans Beimler" abschließen. Die "Hans Beimler"” gehörte zu insgesamt fünf kleinen Raketenschiffen der NVA vom Projekt "1241 RE". Entsprechend NATO-Code wurden sie als "Tarantul" klassifiziert.
Anfang April 2014 verließ das Museumsschiff des HTM seinen angestammten Liegeplatz neben dem Siebhaus des Kraftwerks. Nach einigen Konservierungsmaßnahmen konnte es ab 1. September 2014 auf der gegenüberliegenden Seite des Peenemünder Hafens als eigener Ausstellungsbereich wieder besichtigt werden.
Seitdem wird die "Hans Beimler" von vielen fleißigen Händen gehegt und gepflegt, koordiniert durch Korvettenkapitän a.D. Holger Neidel, der mittlerweile Vorsitzender unseres Fördervereins ist. Unser besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Kameraden der "Marinekameradschaft Peenemünde und Umgebung von 1991 e.V." und der "Marinekameradschaft Bug 1992 e.V.", die "Peenemünder Hafenbetriebsgesellschaft mbH", die ehemalige Angehörigen der 7. RSB, unseren allseits bereiten "Kapitän an Bord" Hans-Jörg Weber und alle anderen nicht namentlich genannten Helfern und Unterstützern.

Anfang April 2014 verließ das Museumsschiff des HTM seinen angestammten Liegeplatz neben dem Siebhaus des Kraftwerks.

Die "Hans Beimler" auf der gegenüberliegenden Hafenseite im April 2020.
Nachdem dann auf dem Grundstück des ehemaligen VAL (Verpflegungs- und Ausrüstungs-Lager) ein Gebäude errichtet wurde - die heutige Hafengalerie auf der "Halbinsel Peenemünde" - konnte dank der Unterstützung des Eigners Oliver Klotzin dort 2017 in enger Zusammenarbeit mit der "Marinekameradschaft Peenemünde und Umgebung von 1991 e.V." eine Ausstellung zur Geschichte des Hafens und der 1. Flottille der Volksmarine der DDR realisiert werden. Auch aus diesem Grund trat die “Marinekameradschaft Peenemünde und Umgebung” am 1. April 2017 als Mitglied unserem Verein bei. Die symbolische Schlüsselübergabe an unseren Förderverein als Träger des geplanten Marinemuseums erfolgte am 1. Mai 2017.


Der Eigentümer der Hafengalerie und Geschäftsführer der Peenemünder Hafenbetriebsgesellschaft, Oliver Klotzin, übergab am 1. Mai 2017 unserem Förderverein die Räumlichkeiten für das neue Marinemuseum Peenemünde. (zweites Foto: Peter Seemann / kuestenraketen.de)

Symbolische Schlüsselübergabe an Volkmar Schmidt.
Seit 2021 wurde durch uns, ebenfalls unter Leitung von Lutz Hübner, eine Ausstellung über die Geschichte des einst in Peenemünde stationierten Jagdfliegergeschwader 9 der Luftstreitstreitkräfte der DDR aufgebaut. Vereinsmitglied Manfred Kanetzki lieferte die wichtigsten Daten. Viele ehemalige Angehörige des JG 9 und des FTB 9 unterstützten uns mit Informationen und Leihgaben.



Pünktlich zum "Tag der NVA" am 1. März erfolgte 2022 die Eröffnung unserer "Fliegerausstellung" in der Hafengalerie Peenemünde.
Wir sind sehr stolz darauf, dass neben dem seit 2015 wieder begehbaren Museumsschiff "Hans Beimler" im September 2017 unser Marinemuseum der 1. Flottille der Volksmarine und am 1. März 2022 unser Museum des Jagdfliegergeschwader 9 Peenemünde eröffnet werden konnten. Zusammengefasst bilden sie das jetzige "Marine- & Fliegermuseum Peenemünde". Träger der Ausstellungen sind wir als Förderverein, Betreiber die Peenemünder Hafenbetriebsgesellschaft mbH.
Beide Ausstellungen und das Museumsschiff wurden seit den jeweiligen Eröffnungen ständig aktualisiert und optisch aufgewertet. Besonders der Arbeit vieler ehemaliger Marineangehöriger bei Renovierungsarbeiten und Pflege des Schiffes gilt unsere Anerkennung. Die Zufriedenheit der Besucher drückt sich in der hohen Zahl der Spenden für das Schiff aus.
Fertig sein werden wir vermutlich nie, unsere Vereinsarbeit und die Pflege unserer Projekte geht stetig weiter. Ideen für neue Projekte wollen besprochen und geplant sowie neue Mitglieder gefunden werden. Der Vorstand tagt daher monatlich am 1. Dienstag jeden Monats in Peenemünde. Jedes Mitglied kann daran teilnehmen.
Unser "Infoblatt" wird auch in Zukunft vierteljährig erscheinen und allen Mitgliedern zugeschickt. Hier wird der Vorstand die Möglichkeit nutzen, aktuell zu anstehenden Fragen, Inhalten und Problemen zu informieren. Ältere Ausgaben des Infoblattes findet Ihr in unserem Online-Archiv.
Die jährlich von uns organisierte Vortragsreihe im "Marine- & Fliegermuseum" während der Sommermonate wird auch im nächsten Jahr fortgesetzt.
















