Reinhold Krüger
(18.2.1930 - 29.5.2005)

Seit der Gründung des "Neuen Historischen Vereins Peenemünde" am 28.07.1990 war Reinhold Krüger aktiv an der Aufarbeitung der Peenemünder Geschichte von 1933 - 1945 beteiligt. Er war stets eine tragende Säule in der Vereinsarbeit. Seiner guten Kenntnis des Peenemünder Geländes verdanken wir viele wertvolle Funde.
Als er am 3. April 1944 seine Lehre als Dreher im Metallbau in der einstigen Heeresversuchsanstalt Peenemünde ("Werk Nord") begann, wird er nicht daran gedacht haben, dass sein gutes Erinnerungsvermögen 46 Jahre später dazu führen würde, den Grundstock für ein kleines Museum zu legen. Insbesondere ihm ist es zu verdanken, dass am 9. Mai 1991 in der ehemaligen Bunkerwarte des Kraftwerkes Peenemünde die Ausstellung des "Historisch- Technischen- Informations-Zentrums" (HTI) feierlich eröffnet wurde. Das HTI profitierte auch weiterhin von seiner akribischen Arbeit, das jetzige HTM Peenemünde immer noch.
Unvergessen bleibt für uns, wie wir mit Reinhold im ehemaligen Peenemünder Werksgelände in einem verschütteten Bombentrichter Teile der A4-Raketen fanden, die er als Lehrling vergraben hatte. Auf seine Kenntnisse konnte der Vorstand nicht mehr verzichten. Folgerichtig wurde er in den Vorstand des Vereins berufen. Seit dieser Zeit hat er uns immer durch seine zielstrebige, präzise und gründliche Arbeit beeindruckt.
Der ehemalige Peenemünder Reinhold Krüger an der früheren Abschußstelle der A4-Raketen im Prüfstand VII.
Er vertrat immer nur das, was bewiesen werden konnte. Raum für Spekulationen gab es bei ihm nicht. Sein Unmut wurde immer dann geweckt, wenn vermeintliche "Historiker" die Peenemünder Geschichte zu nutzen versuchten, um sich zu profilieren. Er sah, wie wir, die Peenemünder Geschichte wie sie war und nicht wie man sie gerne hätte. Wie sie war, das zeigt das maßstabsgetreue Modell einer A4 am Eingang des HTI. Er war der Initiator für den Bau dieses Modells, unter Einbeziehung von Originalteilen eines A4. Damit hat sich Reinhold Krüger ein bleibendes und sichtbares Denkmal gesetzt.
Viele haben von seinem Wissen profitiert. Er war ein gesuchter und geschätzter Gesprächspartner, für Schüler genauso wie für alle anderen, die sich für die Peenemünder Geschichte interessierten. Für uns war er Freund, Lehrer und Kritiker zugleich, der immer ehrlich seine Meinung vertrat und uns damit ermunterte weiterzumachen.

Reinhold Krüger am Lesegerät bei der Archivierung mikroverfilmter Peenemünder Dokumente.
Leider verstarb Reinhold Krüger am 29. Mai 2005 viel zu früh. Er ist auf dem Friedhof Koserow beerdigt.
















